Wenn die Tage kürzer werden: Mein Kopf, mein Motorrad und der Winter
Es beginnt immer gleich. Morgens ist es noch dunkel, wenn der Wecker klingelt. Abends ist es schon wieder dunkel, bevor ich überhaupt Schuhe anhabe. Dazwischen ein Tag, der gefühlt aus einer einzigen Dämmerung besteht. Und ich stehe in der Garage, schaue meine Ducati Monster an, und sie schaut zurück. Vorwurfsvoll. Als wollte sie sagen: „Das war’s jetzt also?” 😥
Ja, Mädel. Fast.
Ich gebe es zu: Mich erwischt der Gedanke an den Winter jedes Jahr früher als das erste Eis auf der Straße. Ich bin schon jetzt im Stimmungstief, obwohl die Handschuhe noch gar nicht auf Skihandschuh-Niveau angekommen sind. Mein Kopf macht Winterfahrplan, bevor der Wetterbericht überhaupt Frost ansagt.🥶
Dabei ist das Motorrad für mich nicht nur ein Fortbewegungsmittel. Es ist der Moment, in dem das Chaos im Kopf endlich die Klappe hält. Helm auf, Gas auf, Gedanken aus. Deshalb heißt dieser Blog ja auch MindChaosRide. Und deshalb ist der Winter für mich nicht nur „kein Fahren”, sondern auch „Kopf ohne Ventil”.
Mein Winterplan gegen den Trübsinn
Aussitzen ist keine Option, also gibt’s einen Plan. Ein ziemlich ehrenwerter, wie ich finde:
1. Der Monster-Check-up
Die Monster bekommt, was sie verdient: Ölwechsel, Kette, Bremsen, Batterie an den Erhaltungslader. Ich nenne das „Wellness-Wochenende für die Dame”. Sie bekommt Pflege, ich bekomme das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Win-win. Ich sag ja, ich brauche eine Hebebühne im Esszimmer. Da wäre es warm und der Fernseher kann im Hintergrund laufen.
2. Basteln, bis der Drucker glüht
Mein 3D-Drucker hat endlich einen Grund, nicht nur Deko-Kram zu produzieren. Halter, Helferlein, Kleinteile, die es so nirgends zu kaufen gibt. Wenn es schiefgeht, nenne ich es „Prototyp”. Wenn es klappt, nenne ich es „Genie”. Wobei das ja eher was für meinen Mann wäre.
3. Garagen-Kopfkino
Ich plane die Touren für nächstes Jahr. Route, Kurven, Kaffeestopps. Der Winter ist die einzige Jahreszeit, in der ich mit Google Maps mehr Kilometer fahre als mit dem Motorrad. Immerhin spare ich Sprit.
4. Dem Chaos Worte geben
Dieser Text ist Teil des Plans. Was man aufschreibt, wird im Kopf ein bisschen leiser. Und wenn dabei noch ein paar Leute grinsen, die gerade dasselbe Winterloch spüren, hat sich das Tippen gelohnt. Mehr Zeit für Blog schreiben 💜
Ein ernstes Wort zwischendurch
Ein bisschen Winterblues ist normal. Wenn es aber dunkel bleibt, nichts mehr Freude macht oder das Aufstehen jeden Morgen zum Kraftakt wird, dann reicht kein Schrauberprojekt. Dann ist Hilfe holen keine Schwäche, sondern so vernünftig wie ein Ölwechsel vor der Saison. Sprich mit Freunden, mit dem Hausarzt oder mit jemandem, dem du vertraust. Ein extrem wichtiger Punkt. Hol dir bitte Hilfe, wenn du meinst es geht einfach nicht mehr. 💜
Fazit
Der Winter ist keine verlorene Zeit, er ist die Boxengasse der Saison. Die Monster steht warm und trocken da, ich habe Pläne, und die Straßen laufen mir nicht weg. Spätestens im März stehen wir beide wieder an der Startlinie, sie brüllend, ich grinsend.
Und du? Wie überlebst du die kalte Jahreszeit ohne Motorrad? Schreib mir deine Winterprojekte in die Kommentare. Die besten Ideen klaue ich garantiert.
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